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Ich bin skeptisch gegenüber Meditation – wie kann ich mir das mit dem Meditieren in einem Achtsamkeitskurs vorstellen?

Viele Menschen sind skeptisch gegenüber dem Begriff Meditation, weil sie damit etwas assoziieren, was sie ablehnen oder womit sie sich nicht identifizieren können oder wollen. „Nur allzu leicht verfällt man in bestimmte Klischees, wie etwa, Meditation bestehe darin, auf dem Boden zu sitzen und sämtliche Gedanken aus dem Geist zu verbannen, man müsse häufig und für lange Zeitspannen praktizieren, um einen positiven Effekt zu erzielen, oder mit der Meditation ginge unausweichlich einher, sich ein bestimmtes Glaubenssystem oder einen spirituellen Überbau aus einer sehr alten Tradition anzueignen.“ (Jon Kabat-Zinn in „Meditation ist nicht, was Sie denken.“ S. 9). Was ist Meditation also – und was ist sie nicht?

  • Nicht jede Meditation findet im Sitzen statt und wenn sie es tut, dann gibt es je nach eigener Vorliebe oder den jeweiligen körperlichen Gegebenheiten die Möglichkeit, dabei auf einem Stuhl, Hocker oder Meditationskissen zu sitzen.
  • Meditation ist nichts Kompliziertes und Anstrengendes, bei dem Sie ständig darauf achten müssen, das „Richtige“ zu tun oder zu lassen. Es ist eine Technik, mit der Sie während eines Kurses Schritt für Schritt durch Anleitungen vertraut gemacht werden.
  • Um veränderte Gewohnheiten im Leben zu etablieren braucht es grundsätzlich ein gewisses Maß an Ausdauer und Geduld. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass schon regelmäßige kurze Meditationseinheiten über wenige Wochen hinweg durchgeführt positive Veränderungen in den Gehirnstrukturen bewirken können und die Meditierenden die Zeit für die Meditation sehr bald als Gewinn und nicht als zusätzliche Belastung ansahen.
  • Meditation ist keine Religion, sondern eine Form geistiger Übung. Zwar gibt es in vielen Religionen die Praxis der Meditation oder Kontemplation, aber es gibt auch viele nicht religiöse Menschen, die meditieren.
  • Meditation dient nicht dazu, uns etwas schön zu reden, was für uns nicht schön und nicht akzeptabel ist, und sie macht einen Meditierenden nicht zum realitätsfernen über allem schwebenden Optimisten. Im Gegenteil, Meditation ist ein Hilfsmittel, um die gegenwärtige Situation und unsere eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen in dieser Situation mit mehr Klarheit und Aufrichtigkeit zu erkennen und daraus weise und für uns passende Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft abzuleiten.